Oświęcim. Spaziergang In Birkenau.

Es ist Sonntag. Sie warten, stoppen , halten inne, gehen. Ein ständiges in die Ferne schweifen lässt sie aussehen als wären sie ihrer Umwelt völlig entrückt. Jahrzehnte sind an diesem Ort vergangen. Jahrzehnte in denen Menschen hierher kamen und wieder gingen. Bedrückt und gleichzeitig erleichtert diesen Ort wieder verlassen zu können, ja das zu dürfen.
Nun sind Sie da. In ihnen stapeln sich die Fragen auch wenn manche nach Antworten suchen. Sie sind schon länger in der Nähe, waren zunächst im anderen Ort und saßen zusammen um darüber zu sprechen was sie sahen und was sie fühlten. Am Abend, wenn die Augenzeugenberichte, Bilder, das selbst Gesehene und nicht Greifbare schon ein paar Stunden alt war, vergaßen sie es kurz. Doch auch dann noch saßen sie zusammen und versetzten sich gemeinsam auf Schafweiden oder nach Palermo. Morgen würden sie all diese Orte verlassen und in ihre Welten hineintragen. Sie würden sich erinnern, denn erinnern, so sagte man Ihnen, ist etwas nach vorne gewandtes.
Im langsamen Gang. Ihr Weg durchs Grüne ist gewählt. Es ist ein Kreuzweg. Den wenigsten von Ihnen sagt das Kreuz etwas, doch der Weg wird jedem bewusst. Etappenweise durchlaufen sie den Ort.
Sie lesen sich gegenseitig vor. Mit jeder Etappe auf diesem Weg vernehmen sie eine weitere Stimme. Die Stimmen sind wichtig. Sie versetzen ins Jetzt auch wenn sie von Vergangenem sprechen. Mal um Mal ergibt sich so eine beruhigende Wiederholung in der sich jeder selbst verlieren kann. So weit wie man will.
Irgendwann verliert sich der Weg auf einer Trasse die auf eine Kirche zufuehrt. Der Draht neben ihnen wird duenner. Die letzte Etappe spricht von Zukunft. Sie denken an all die Menschen die noch kommen werden.
andrzej kruzel - 1. Jul, 23:54
