Manchmal hat man Gaeste. Manchmal sind sie Freunde. Und wiederum manchmal erlebt man die wildesten Dinge mit Ihnen. Sie sind jeder fuer sich einzigartig. Und sie wollen uns erzaehlen...
Mein Name ist Pascal...
Alles fing mit meiner Einreise an. Ich kam Freitag in der Fruehe, Wroclaw schlief noch, zumindest all diejenigen, die noch nicht um 10 Uhr wach waren. Kruzel holte mich vom Flughafen ab und schon der erste Eindruck von Wroclaw sollte noch einige Male enttaeuscht werden. Ja, enttaeuscht!
Und man muss auch ehrlich eingestehen... ja, ich war froh darueber. Denn der Bus schien nicht mehr der juengste zu sein und beherbergte sogar ganze Aquarien in seinen Fensterscheiben, so dass man sehen konnte wie das Wasser auf und ab schwapte, wenn der Busfahrer Gas gab oder auch mal wieder bremste.
Wroclaw... die Stadt der Begegnung - so heisst es jedenfalls in den Touristenfuehrern. Ja, es war eine Begegnung. Eine schoene Begegnung. Nicht nur, dass ich einen sehr tollen Menschen wieder sah, sondern ich durfte auch eine Jugendbegegnung zwischen Deutschen und Polen miterleben.
5 Tage lang war die Gruppe da. Am Tage war Kruzel damit beschaeftigt diese Gruppe mit Themen wie Moderation & Kommunikation zu quaelen. Am Abend wurde ich zur Unterstuetzung gebeten und sollte der Gruppe beibringen wie man in Deutschland einen Abend gestaltet. Nur so viel... die Naechte dauerten IMMER laenger als geplant und Spass war sowieso garantiert.
Die Mischung machte es und so gab es mal eine Nacht, die eigentlich als "Ausruhabend" geplant war und als eine coole durchzechte Nacht mit vielen Clubs endete. Eine andere Nacht war eine, die ganz sanft auf dem Balkon begann, weil gewisse Getraenke im Haus nicht gestattet waren und dann in einer deutsch-polnischen Begegnung endete.
So lernte man zum Einen Kruzel mal von einer ganz anderen Seite kennen und die Polen von einer, die man auf alle Faelle erwartet hatte. Kruzel hatte ich kennengelernt als schlauen, sehr netten und vor allem offenen Menschen. Immer zur Seite und mit einem kompetenten Rat zur Stelle.
Die Polen hatte ich bereits als Geniesser besonderer Getraenke erwartet, allerdings nicht unbedingt als Partyvolk. Und so wurde ich natuerlich auch so ueberrascht. Ich wusste gar nicht, dass man auch am Dienstag richtig feiern kann.
Das lag aber wahrscheinlich auch daran, dass Wroclaw nicht nur die Stadt der Begegnung ist, sondern auch die Stadt der Studenten. In fester Hand mit grandiosen 130.000 Studenten bei einer Einwohnerzahl von gerade einmal 600.000.
Ok, ok. zu viel vorweggenommen. Ich kam also am Freitag an. Kruzel hatte schon angekuendigt das es sein kann, dass er am Dienstag abgeschoben werden koennte, weil er seit laengerer Zeit sich nicht beim Einwohnermeldeamt der Polen gemeldet hatte. Ich hatte mir vor einer Woche nichts dabei gedacht, dachte "Ja, ja... alles klar."
Kruzel meinte zu mir, dass er wenig Zeit haben wuerde fuer mich, wegen der Begegnung und das es ja eine doofe Zeit fuer mich sei. Ich machte das Beste daraus. Tagsueber alleine durch Breslau jagen und die Stadt erkunden, um am Abend mit den Deutsch-Polen weiter Party... ahm... ich meinte natuerlich, um sich weiter auszutauschen.
Gut, Freitag war also nach erster Erkundung der Stadt mit Kruzel die Gruppe am Abend kennenzulernen. Der Abend verlief recht ruhig, endete dann am ersten Abend mit dem Kennenlernen der Serie SCRUBS. Ja, ich fueherte Kruzel in die Welt von Scrubs ein.
Samstag & Sonntag verliefen auch eher ruhig, da die Studenten nicht nur die Stadt beherrschten, sondern am Wochenende auch die Clubs & Kneipen von Wroclaw. Und so waren wir nach einem Bierchen auch schon um Mitternacht im Hostel gewesen und wollten ja eigentlich erst schlafen. Nach einer kurzen Diskussion konnte mir mein Zimmergenosse Kruzel nicht mehr widerstehen und wir guckten die naechsten Folgen von Scrubs.
Erst am Montag wurde es wieder wilder. Begonnen hatte es mit der Aussage, dass Alkohol im Hostel nicht gestattet sei.
Und so wich man auf den Balkon aus, um die rechtlichen Barrieren zu umgehen. Begonnen hatte alles ganz ruhig mit einer netten O-Saft-Wodka Mischung. Schmeckte gut, wohl ein bisschen zu gut... denn nachher wurde viel Gitarre gespielt und viele Geschichten und Witze erzaehlt, die man vielleicht sonst lieber fuer sich behaelt. Wie sagte der Roemer doch einst "Vino veritas"... stimmt!
Aber es war vielleicht auch gut, denn man lernte sich sehr gut kennen und wusste das der eine der geborene Strassenmusiker war, die eine die geborene Wodka-Mischerin und der andere der geborene Frauenliebhaber. Manch einer fand sein Talent auch im Witze erzaehlen und wenn man schon dachte (nach dem 20.Witz), dass man nicht mehr erzaehlen kann kam sogleich der naechste.
Das war der Montag!
Der Dienstag begann mit meiner Stadterkundung, ja ich begann Wroclaw zu lieben. Eine Stadt der Gegensaetze! Auf der einen Seite das schoene alte Haus, auf der anderen Seite das verfallene. Und auch die Geschichte ist mehr als Gegensaetzlich! Das Bauwerk der Deutschen auf der einen Seite, auf der anderen Seite der Plattenbau der Kommunisten und daneben das Gebaeude der Kapitalisten.
Die Gruppe wuerde morgen in der Fruehe fahren, also wollte ich am Abend noch einige meiner Fotos zeigen, denn ich hatte immer meine Kamera dabei und liess somit keine Peinlichkeiten ausser Acht. Es wurde viel gelacht! Leider ohne Kruzel... die Nachricht kam am Nachmittag, als er sich endlich anmelden wollte. Er ging froehlich, kam am Ende dann in den Bau, wie ein Foto von ihm zeigt.
Gluecklicherweise konnte der deutsche Botschafter eingreifen mit der Androhung eines Nato-Einsatzes (und ja... Polen gehoert dazu, aber das war egal!) und der eventuellen Zerstoerung von Warschau.
Gut, am "Feier"abend war unser geliebter Kruzel dann wieder bei der Gruppe. Dieser Abend sollte laut Kruzels Aussage nur ein "ruhiger" werden. Ich ueberredete ihn noch auf ein Bier. Es fing auch wirklich nur mit einem Bier an, endete dann aber in einem Club in dem viel getanzt & gelacht wurde und aus dem wir dann rausgeschmissen wurden, weil es bereits 5 Uhr morgens war.
Wir zogen zur ersten Kneipe weiter und gingen dann um kurz vor 6 Uhr der Sonne nach Hause entgegen. Kruzel fand es zum Kotzen! Nein, er fand es NUR zum Kotzen! Er musste nicht Kotzen, soweit war er noch lange nicht.
Naja, ich will so langsam den Bericht beenden, denn wir wollen noch ins Restaurant und so wird der laengste Eintrag des Blogs noch schnell beendet mit den Saetzen, dass unsere Abende zusammen wohl immer noch die besten waren! Bei einer Schokolade Scrubs mit Kruzel zu geniessen ist wohl immer noch das Beste! Diese Erinnerung kann mir gluecklicherweise keiner mehr nehmen und so werde ich wohl das ganze ein wenig vermissen und es wohl im Sommer planen zu wiederholen. Dieser Urlaub war echt genial!
Danke, Kruzel!
andrzej kruzel - 20. Mrz, 19:47